Shoah Memorial Frankfurt

Recherche- und Gedächtnisplattform

* Concept

* Frontend

* Design

* Interaction platform

Digitale Erinnerungskultur

Das „Shoah Memorial Frankfurt“  macht die Biografien von mehr als 12.000 Jüdinnen und Juden digital zugänglich – Menschen, die in Frankfurt gelebt, in den Jahren 1933 und 1945 entrechtet, verfolgt, deportiert und ermordet oder in den Freitod getrieben wurden.

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Das “Shoah Memorial Frankfurt” macht die persönliche Geschichte der Ermordeten sichtbar und widmet ihnen ein Grab im digitalen Raum. Schüler:innen, Historiker:innen und Familienangehörige können die Erinnerung an die einzelnen Personen stärken, indem sie Informationen oder Fotos zu deren Biografien ergänzen.

Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums

Frauen, Männer und Kinder

Das „Shoah Memorial Frankfurt“  umfasst mehr als 12.000 Namen, Lebensdaten und Kurzbiografien von jüdischen Frauen, Männern und Kindern, die in Frankfurt lebten und während der nationalsozialistischen Herrschaft gewaltsam zu Tode kamen. Mussten Nachkommen und Verwandte, Historikerinnen und Historiker oder Schülerinnen und Schüler bislang Kontakt mit dem Jüdischen Museum aufnehmen, um Näheres über die Ermordeten zu erfahren, können sie fortan selbst recherchieren.

Die Plattform erinnert an die Schicksale der Ermordeten. Die Ansicht der Steine und Namen kann per Zoom und mittels Filtern angepasst werden.

Interessierte, Forschende und Angehörige erfahren mehr über die deportierten Jüdinnen und Juden und können vorschlagen, dass Details ergänzt oder korrigiert werden.

Zugang zu Biografien

Die Plattform erinnert an die Schicksale der Ermordeten. Sie nimmt Bezug auf die Gedenkstätte Neuer Börneplatz  und die jüdische Tradition, einen Stein auf den Gräbern der Toten zu hinterlassen. Vor Ort sind über 11.000 Namensblöcke an der Mauer des Alten Jüdischen Friedhofs angebracht. Aus der Distanz zeigen sie ein Muster, welches das Ausmaß der Vernichtung andeutet. Beim Herantreten, werden Namen, Geburtstag, Todestag und Sterbeort der Deportierten lesbar.

Dieses Prinzip aus Distanz und Nähe haben wir beibehalten. Die Darstellung beschränkt sich auf Namen und "Steine", mehr als 12.000 von ihnen können in verschiedenen Zoom-Stufen betrachtet werden. Sie können gefiltert werden und führen zu den biografischen Daten der ermordeten Menschen. Alle Daten entstammen einem Forschungsprojekt, welches das Jüdische Museum Frankfurt  in den Jahren 1996 bis 2005 durchgeführt hat. Die Ergebnisse dieser Forschungen wurden in einer nicht-öffentlich zugänglichen Datenbank festgehalten und für den Launch des digitalen Memorials anhand neuerer Quellen noch einmal überprüft und ergänzt. Diese Überprüfung wird nach dem Launch der Plattform fortgesetzt und soll Ende 2023 abgeschlossen sein. User:innen sind eingeladen, sich an dem Ausbau der Biografien mit zusätzlichen Informationen und Bildern zu beteiligen und so die Erinnerung an die Ermordeten zu stärken.

Technisch basiert die Anwendung auf React  und Next.js . Die Herausforderung lag in der Darstellung und im Verhalten der vielen Steine. Beides sollte auch auf leistungsschwächeren Geräten reibungslos funktionieren und gewisse Standards der Barrierefreiheit einhalten. Nach Test mit einem ersten Prototypen haben wir uns dazu entschieden, WebGL mittels Three.js  zu verwenden.

Das Memorial ist über www.shoah-memorial-frankfurt.de  erreichbar.

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Die Gedenkstätte Neuer Börneplatz existiert seit 1996. Das zentrale Element bildet ein Fries auf der äußeren Friedhofsmauer mit 11.908 Namensblöcken, die an die ermordeten Frankfurter jüdischen Frauen, Männer und Kinder erinnern. Es sind jeweils Name, Geburtsdatum sowie, wenn bekannt, Todesjahr und -ort eingraviert.

Die Recherche-Maske ermöglicht die systematische Suche nach Biografien.

Die Gestaltung der "Steine" deutet auf die Dichte an hinterlegten Informationen hin.

Die Plattform lädt ein, eigene Erinnerungen, persönliche Geschichten und Dokumente hochzuladen.

Bildungsagenda NS-Unrecht

Das „Shoah Memorial Frankfurt“  ist eines von drei digitalen Projekten, die in Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte  und dem Historischen Museums Frankfurt  im Rahmen der bundesweiten „Bildungsagenda NS-Unrecht“ mit einer Drittmittelfinanzierung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft  umgesetzt wurden.


Beteiligte Agenturen